Ursprünglich aus Reiden, wohne ich seit 25 Jahren in Olten und bin mit Ulrike verheiratet. Wir haben einen Sohn namens Jean-Luc. Sein älterer Bruder ist Niki, er wohnt in der Stadt.
Niki besucht uns viel und wir verstehen uns gut. Er arbeitet zur Zeit nicht in seinem angestammten Beruf als Landschaftsgärtner, sondern jobbt und will mit der verdienten Kohle wieder mal im Süden überwintern. Recht hat er.
Ulrikes Familie stammt aus Zofingen. Da wohnt auch ihre Schwester Corinne mit ihrem Freund Pirmin. Ihr Bruder Didi (Dieter) ist mit Barbara verheiratet und mit den drei Buben Francis, Lucien und Yves wohnt er in Herrliberg.
Aus Olten bist du schnell weg. und es ist eine kleine Sadt, da gäbe es vielleicht Interessanteres zum Wohnen. Ich lebe aber gern hier. Mich faszinierte schon immer die Art und Weise, wie die Jura-Südfussstädte etwas verloren an die Nordflanke des Jura hingeworfen sind, so ein unasthetisches Durcheinander findet man selten. Es hat etwas Wildes und Freies, wohl auch, weil der Jura Landes- und Sprachgrenze ist und man dadurch das Gefühl hat, in einem Nirgendwo zu leben. Und das Mitten in der Schweiz. Mit ein paar Schritten bist du aber wirklich in der freien Natur draussen, und du könntest nach Besançon wandern, ohne eine grössere Siedlung zu sehen.
Also, angezogen hat mich am meisten der Jura, ein Kleinod von einem Mittelgebirge, nicht die Great Dividing Range oder die Appalachen oder der Ural; kein deutsches Mittelgebirge, sondern eher eine Grenzregion. Zwischen den Sprachen Deutsch und Französich, zwischen Nationen, an der Grenze des Mittellandes, der Regio Basilensis, Wasserscheide.
Da wirst du leicht und schlägst trotzdem Wurzeln, das gibt Distanz zum Kleinräumigen und erfrischt den Geist, es lässt ihn über die Landschaften schweifen, verbindet und löst dich miteinander.